Hausboote und Flusskreuzfahrer stellen besondere Anforderungen an ihre Energieversorgung. Der Strombedarf an Bord eines modernen Luxushausboots umfasst Klimaanlage, Beleuchtung, Unterhaltungselektronik, Küche und weitere Bordsysteme – fernab von Landstromanschlüssen. Bisher werden solche Lasten durch Dieselaggregate gedeckt. Lärm, Abgase und regelmäßige Wartungen sind dafür notwendig. Gerade im Freizeitbereich ist das im Widerspruch zu dem, was Bootstouristen suchen: ein ruhiges und emissionsfreies Erlebnis in naturnaher Umgebung.

Für die Eichberger Schiffservice GmbH, unter anderem Betreiber des Luxushausboots Kingfisher auf der Donau, war dies der Ausgangspunkt einer technischen Neuausrichtung hin zu einem vollelektrischen Boot mit Batteriebetrieb. Die Batterien müssen regelmäßig geladen werden, ohne die Qualität des Aufenthalts an Bord zu beeinträchtigen und ohne regelmäßige Landgänge. Mehr Unabhängigkeit auf dem Wasser, das war die Vorstellung der Betreiber. Die Lösung steckt in zwei ECOPORT 1500 Brennstoffzellen von SIQENS.

Mit Brennstoffzellen als Batterielader wird der wesentliche Standby Bedarf an Board bedient. Mit genügend Treibstoff, in diesem Fall Methanol als flüssiger Wasserstoffträger, entsteht mehr Antriebsfreiheit. Zudem werden weder Lärm- noch Feinstaub und CO₂-Emissionen verursacht. Das ist Nachhaltigkeit auf hohem Niveau bei gleichzeitig gehobenem Anspruch an Comfort und Flussfahrt Erlebnis. Jede ECOPORT Einheit basiert auf der patentierten HT-PEM-Brennstoffzellentechnologie von SIQENS und erzeugt kontinuierlich bis zu 1.100 Watt elektrische Leistung. Der Betrieb ist nahezu wartungsfrei. Für Gäste und Besatzung bedeutet das maximaler Comfort.

Installation und Lieferumfang

SIQENS lieferte die Konstruktionsunterlagen für einen Aufnahmetisch, der zwei ECOPORT 1500 aufnimmt, inklusive vier Auffangbehältern für je zwei Methanol Kartuschen à 25 Liter sowie vier Auszugsschienen für die Methanolbehälter. Der Shelter war bereits für die Integration von Brennstoffzellen konzipiert und SIQENS konnte die ECOPORTS leicht einbauen. Im Lieferumfang und Erstinstallation gewährleistete SIQENS auch Kabelsätze und Luft-Ein- und -Auslass, vier Zweifachadapter, eine Sammelschiene, einen Notaus-Schalter, einen Victron Inverter sowie weitere Kleinteile.

Regelung des Bootssystems

Die technische Integration der Brennstoffzellen in das elektrische Steuersystem des Bootes wurde einfach gehalten. Das Gesamtsystem besteht aus, 2 x SIQENS Ecoport 1500, 48V Batterie (Torqeedo), und ein Ladesystem um die 330V -380V Hochvoltbatterie von Torqeedo (Fahrbatterie) nachzuladen.

Der Energiefluss wird über Spannungsschwellen geregelt. Fällt der Ladezustand der Fahrbatterie wird diese über das Ladegerät aus der 48V Batterie nachgeladen. Fällt die Spannung der 48V Batterie, schalten die ECOPORT ein und produzieren bis zu 2.2kW Leistung. Ist der Verbrauch nicht mehr gegeben wird die Batterien vollgeladen und der ECOPORT schaltet sich wieder ab, bis zum nächsten Ladevorgang.

Fazit

Das Projekt Kingfisher zeigt, dass emissionsfreie Stromversorgung auf dem Wasser heute technisch und wirtschaftlich realisierbar ist. Die SIQENS Ecoports 800/1500 eignen sich überall dort, wo verlässlicher Strombedarf ohne Netzanschluss gedeckt werden muss. Das ist ein starkes Signal an die gesamte Freizeitschifffahrt: Nachhaltigkeit und Comfort schließen sich nicht aus. Ganz im Gegenteil – hier gewinnt nicht nur die Umweltbilanz, sondern auch die Aufenthaltsqualität an Bord. SIQENS und Eichberger zeigen gemeinsam, dass die Zukunft der Binnenschifffahrt umweltfreundlich, leise und komfortabel sein kann.